Hochdeutsch
Unser aktuelles Stück:
1h22 bis vor dem Ende
von Matthien Delaporte
Aufführungsrechte:
Theaterverlag Desch
Regie:
Heidi Jurawitz
Berenike Jurawitz
Sprache
Deutsch
Spieldauer:
ca. 90 Minuten
Inhalt:
Das Theaterstück „1h22 vor dem Ende“ beginnt in einem Moment existenzieller Verzweiflung: Bernhard, ein schüchterner Mann, der mit Ende 30 noch nie geküsst wurde und sich vom Leben verlassen fühlt, steht kurz davor, seinem Leben ein Ende zu setzen. Doch plötzlich wird er durch ein unerwartetes Klopfen an der Tür unterbrochen. Der Besucher entpuppt sich als der Tod in Person – ein Mann mit Schnurrbart, Rollkragenpullover und Pistole, sichtlich nervös und wenig professionell, denn es ist sein erster Arbeitstag in dieser Funktion. Statt Würde oder Schrecken verbreitet dieser Tod eine Mischung aus Unsicherheit und skurrilem Humor. Er vergleicht sich selbst – ganz pragmatisch – mit einem Taxi- oder Uberfahrer: „Wir sind wie Taxis. Mein Ausbilder Karlheinz sagt immer: Wir sind wie Uber.“ Doch der Tod hat sich im Stockwerk geirrt, zeigt wenig Routine und ist alles andere als beeindruckend in seiner Ausführung.
Das Stück entfaltet sich in einem pointierten und wortgewandten Schlagabtausch zwischen Leben und Tod. Der Tod erscheint als eine desolate, dennoch charmante Mischung aus Existenzialist und Lebenskünstler– ein Charakter, der seine eigene Unsicherheit hinter Zynismus und schwarzem Humor verbirgt. Bernhard, der unfreiwillige Protagonist, versteht diesen Humor kaum, bleibt aber aus Höflichkeit kooperationsbereit. Diese Gegensätze – Bernhards stille Verzweiflung und die chaotische, fast schon menschliche Unsicherheit des Todes – sorgen für eine Dynamik voller komischer Momente, aber auch philosophischer Tiefe. Gemeinsam bilden sie ein „Duo infernale“, das in seinem Zusammenspiel sowohl tragische als auch grotesk-komische Situationen schafft: Der Tod muss einen Job erledigen, den er nicht beherrscht, und Bernhard sucht einen Sinn, den er nicht findet.
Während der einstündigen Begegnung – die dem Stück seinen Namen gibt – entwickeln die beiden eine Beziehung, die auf gegenseitigem Unverständnis und dennoch auf einer unerwarteten Solidarität basiert. Mit bitterem Witz und tiefgründigen Dialogen erkunden sie die großen Fragen des Lebens: Was macht das Leben lebenswert? Was bedeutet der Tod? Am Ende erkennen sowohl Bernhard als auch der Tod, wofür es sich zu leben (oder sterben) lohnt – doch wie so häufig kommt diese Erkenntnis zu spät. Das Stück verbindet gesellschaftliche Kritik, persönliche Tragik und einen unverwechselbaren Humor, der das Thema Sterben auf eine ganz neue, unterhaltsame und nachdenkliche Weise beleuchtet. „1h22 vor dem Ende“ ist eine Hommage an die Absurdität des Lebens und die Menschlichkeit des Todes, ein Theaterstück, das zum Lachen, zum Nachdenken und zum Mitfühlen einlädt.
Es spielen:
Anne Ehrich, Kjell Gawehns, Ralf Kott
Hinter der Kulisse:
[wird eingepflegt]
